Interrail 2012 – Romanshorn – Kopenhagen

Am 6. Oktober 2012 war es dann soweit. Das Abenteuer Interrail sollte beginnen.

Bis dahin hatte ich mich nebst der Planung mit Reiseutensilien unter anderem einem neuen Trekking Rucksack, Schlafmaske etc. eingedeckt.

Da ich mir eine günstige Reise vorgenommen hatte, sollte auch die erste Fahrt von Zürich nach Hamburg nicht in einem Schlaf- oder Liegewagen sein, sondern ein sogenanntes Sleeperette („Schlafsitz“) musste genügen. Die Fahrt war recht angenehm und wir kamen pünktlich in Hamburg an. Ein bisschen aus Erfahrung ging es sofort ins DB Reisezentrum um für den ICE nach Kopenhagen ein Sitzplatz zu reservieren, was sich als hilfreich herausstellte.

Der ICE Hamburg – Kopenhagen hat nämlich drei zusammenhängende Eigenarten:
– es ist nicht elektrisch, sondern fährt mit einer Diesellok
– er ist um einiges kürzer als ein normaler ICE
– er wird in Puttgarden auf eine Ostseefähre verladen, was die ersten zwei Punkte erklärt:

So war es dann auch so, dass ich meinen Sitzplatz hatte und ich entspannt dem Kampf um die wenigen freien Sitzmöglichkeiten zuschauen konnte.
Auf der Fähre mussten wir alle aussteigen und nach gut 3/4h ging es in Rodbyhavn weiter mit der Fahrt.

Die Jugendherberge in Kopenhagen war unweit vom Bahnhof und durch die Tatsache das es eines der höchsten Jugendherbergen weltweit ist kaum zu übersehen.

Bei meinem Aufenthalt konnte ich die Stadt ein wenig zu Fuss und am nächsten Vormittag auf einer geführten Tour auf dem Wasser erkunden.

2012 – Ironman Austria 70.3 – Zell am See

Im August 2011 entdeckte ich auf Facebook die Mitteilung, dass es 2012 in Zell am See (A / Salzburg) einen neuen Ironman 70.3 geben soll. Nach Sichtung der Streckenpläne stand für mich fest „DA bist du dabei“ vor allem auch, weil „meine“ Jugendherberge direkt bei der Wechselzone steht.

Nach erstem Mailkontakt wurde dieser immer fleissiger, da ich der Volunteermanagerin auch gleich bei ihren Excelproblemchen helfen konnte. Im Oktober traf man sich auf ein erstes Kennenlernen (eine richtig tolle Grossfamilie) und Streckenbesichtigung. Die Listenproblematiken und -ideen wurden besprochen und zurück in der Schweiz schrieb ich einen Teil unserer Crew an um ein wenig Werbung zu machen.

Korrekterweise holte ich mir vorher die Erlaubnis bei unserem Motochief, welcher den Event auch gleich in die Planung aufnahm und den Termin der kompletten Crew mitteilte. Ab dem Zeitpunkt war ich nun auch Teamleiter „Motocrew Schweiz“ welche organisatorisch dem Motorradteam in Zell am See untergestellt war. Meine Aufgaben waren auch mehr von Reiseorganisatorischer Natur und Kommunikationsschnittstelle.

Zu meiner Überraschung haben sich auch meine Eltern als Helfer gemeldet und waren schlussendlich in der Transition eingeteilt. Für mich hatte dies den Vorteil, dass ich im Auto einen Teil des Gepäcks mitgeben konnte.
Ich reiste schon im Vorfeld an und konnte so tröpfchenweise die Crewmitglieder in Empfang nehmen und diese mit Shirts und Akkreditierungen ausstatten. Am Sonntag morgen kämpften wir uns mit den Motorrädern durch die Menschentraube bei der Wechselzone und waren zeitlich am Treffpunkt, wo das grosse Warten losging. Pünktlich zum Rennstart setzte dann auch der Regen ein, welcher unser treuer Weggefährte den ganzen Tag sein sollte. Die Schweizer Motos wurden mit den Frankfurter Schiedsrichtern an der Spitze eingeteilt, damit wir nach dem Einsatz auch gleich den Heimweg antreten konnten. Der Umstand sei hier verdankt 🙂

Am Ende des Renneinsatzes nutzten auch fast alle Motos diese Chance, so dass ich am Schluss mit meinen Eltern zur Finishline ging. Wir trennten uns hier und ich gesellte mich wie fast immer zur Moderation bzw. deren Assistenten… und es kam wie es kommen musste. Es waren mal wieder keine Infos über die letzten Athleten verfügbar. Es stellte sich heraus, dass die Spotter wegen dem Regen die Funkgeräte ausgeschaltet haben.
So spielte ich Vorposten und übermittelte die Informationen bzw. die zeitnahe Ankunft der Athleten in der klassischen „Lauf-Kurier-Kommunikations-Methode“, welche halb so schlimm gewesen wäre, wären da nicht die Motorradhosen gewesen.
Und der Moderator wusste nix besseres als mit mir den Zieleinlauf für die Athleten zu üben, so dass ich nicht mal dezent im Hintergrund die Infos übermitteln konnte 😀 @Claudio: irgendwann folgt die Revange ^^

Zwei Tage nach dem Rennen war dann auch das Helferfest, welches in einem gemütlichen Rahmen im Seebad abgehalten wurde.

Fazit des ersten Salzburger Ironman 70.3: für die erste Ausführung wirklich gut, keine groben Schnitzer, nur noch ein paar Kanten die geschliffen werden müssen 😉 BRAVO 🙂

2012 – Tortour

Wie jedes Jahr war auch die Tortour das Highlight der Motocrew.
Wie es sich für eine „semi-professionelle Crew“ im Stile eines wilden Sauhaufens gehört traf man sich im Vorfeld zum Briefing um über die Neuerungen der Strecke und Regeln informiert zu werden.

Startschuss war am Donnerstag 16.08. der Prolog. Man traf sich am neuen Headquarter, der IWC Arena in Schaffhausen. Nach gemeinsamer Stärkung führte uns Stefan über Hinterwege zum Rheinfall, damit wir vor den Athleten die Strecke „besichtigen“ konnten…

Der Prolog gestaltete sich für uns noch als kleine Herausforderung. Nicht wegen der Strecke, sondern mehr wegen der Rückfahrt zur Warteschlange. Dank einem falsch geparkten Cars kam es im Raum Neuhausen/Schaffhausen zu einem grösseren Verkehrskollaps und nix ging mehr.
Der Tatsache, dass Motorräder auch gut auf Trottoirs zu fahren sind und dank einem hilfsbereiten Polizisten konnten wir uns immer am Stau vorbei schlängeln und waren jeweils wieder rechtzeitig im Rheinfallbecken zum Einsatz bereit.

Das Rennen ab Freitag war dann schon richtig Routine. Mitten in der Nacht aufstehen, anziehen, Satteln und den Verrückten auf ihrer Tour folgen. In Chur war für mich erstmal Schluss. Nach einer längeren Pause machte ich mich dann später auf, den ersten Athleten in den Gotthard zu folgen. Offiziell war ich auf einer Überführungsfahrt nach Aigle, so dass ich ohne schlechtes Gewissen eine leere Tremola geniessen konnte 😀
Nur Beat hängte sich bei der Abfahrt an mein Heck an und wir bewiesen der Porsche Fraktion, dass man über die alten Kopfsteinpflaster nicht viel langsamer ist wie auf der fast zu einer Autobahn ausgebauten Passstrasse.
Der Samstag ging für mich dann in Aigle los, wo ich den letzten Athleten bis Moudon folgte und danach zu einem Tiefflug in die Heimat startete.

Nachmittags an der letzten Timestation (BBC Arena, Neuhausen) angekommen folgte DIE Überraschung:
wegen dem strahlenden Sonnenschein befürchtete der Einsatzleiter, dass wir Motos bei der „langsamen“ Neutralisation einem Hitzestau entgegen fahren und gab somit die Erlaubnis in T-Shirt fahren zu dürfen – was nahezu alle nutzten. Ich zog auch meine aus und natürlich holte ich als erstes den Sonnenspray hervor und meine Güte – plötzlich hat man x Freunde 😀 ich war sozusagen die Schmierstation der braunen Arme…
Bis in die Nacht hinein brachten wir die Athleten zurück ins Headquarter wo diese mit Schall und Rauch empfangen wurden, wobei zweiteres öfters mal zu einem Blindflug durch die Halle führte. Geschichten gab es viele während der Neutralisation, für mich gibt es jedoch zwei zu erwähnen:
– vor der Rückfahrt wurden Beat und ich angehalten, da die Medicals sofort zur Timestation sollten. Wir haben diese dann eskortiert, Kreuzungen gesperrt und auch mal „geschockte“ Autofahrerinnen (die zwischen Motos und Auto gerieten) in Ausbuchtungen gelotst. Der Kreislaufkollaps konnte dann auch stabilisiert werden.
– der eine oder andere wollte Abends heim. Wie jedoch die Nachricht einging, dass das Paraplegic Team (Rollstuhlfahrer) gleich da sei, hatte plötzlich keiner mehr Stalldrang. JEDER wollte unsere „Helden“ in Empfang nehmen und anschliessend zur IWC Arena begleiten. Das war ein Schauspiel auf den dunklen Strassen Neuhausens/Schaffhausens. 4 Rollstuhlfahrer in den Handybikes und geschätzte dutzend Motorradfahrer mit Scheinwerfer, Warnblinker, Drehleuchten und Frontblitzer welche den Athleten die „Ehrengarde“ stellte 😀

Abgeschlossen wurde der Event mit dem traditionellen Brunch am Sonntag morgen mit Rangverkündigung, leckerstem Essen und wie immer das Highlight Video des Rennens 🙂 –> Link zum Video

Interrail 2012 – eine Idee ist geboren

Durch diverse angefallenen Arbeiten in der Firma habe ich Überstunden angesammelt, welche abgebaut werden sollten. So entschied ich mich Herbstferien zu machen, wusste jedoch noch nicht genauer was. Zufällig sah ich während dieser Zeit einen Bahnpassagier, bei welchem ein Ticket von Interrail aus der Tasche hervorstand. Hmm… Das musste ich mir zuhause einmal genauer anschauen und so entstand eine im nachhinein gute Idee.

Auf der Homepage von Interrail fand ich dann viele verschiedene Ticketvarianten und einen Übersichtsplan. Tage und schon fast Wochen vergingen bis ich am Schluss meine Route beisammen hatte. Es sollten diesmal günstige Ferien werden, so dass ich mich für Low-cost Unterkünfte entschied. Als Mitglied der CH Jugendherbergen war die Entscheidung schnell getroffen und die Jugendherbergen auf meiner Route reserviert.

Legende:
– roter Marker: bereiste Orte
– rote Raute: Heimatstadt
– blaues Quadrat: reine Umsteigeorte
– blaue Kreise: Fährhäfen

Die Route sollte mich in der Nacht via Hamburg nach Kopenhagen bringen. Von da aus wollte ich via Stockholm, Oslo, Göteborg zurück nach Kopenhagen den Süden Skandinaviens erkunden. In einer weiteren Nachtfahrt war der Plan nach Amsterdam und von dort aus mit der Fähre nach Nordengland zu reisen. Von Newcastle upon Tyne sollte mich mein Plan via Edinburgh, Aberdeen, Inverness und Glasgow einmal durch Schottland führen. Die Details und Fotos dazu folgen in weiteren Beiträgen…

Informationen zu Interrail:
– offizielle Homepage: http://de.interrail.eu/
– Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/InterRail