2010 – Ironman Austria

Im Frühjahr 2010 war eine kleine Delegation der Motocrew Schweiz
als Helfer beim Austrian Ironman 70.3 in St. Pölten mit dabei.
Vor dem Berichtsstart jedoch eine kleine Rückblendung…

Ironman Switzerland 2009 (Zürich):
Am Morgen des Ironman 2009 kam Dani in Zürich mit der Nachricht
auf mich und Roger zu, dass er auf ORF die Liveübertragung des
Austria Ironman gesehen und sogleich die Veranstalter wegen
eines möglichen Gasteinsatzes kontaktiert habe. Roger und
meine Wenigkeit waren als Österreich „Top-Reisende“ natürlich
sofort Feuer und Flamme und schon bald erreichten uns die
ersten erfreuten Botschaften aus Klagenfurt (KLU) und
St. Pölten (STP)…

Aufsplittung Delegationsleitung
Da ich ursprünglich mal vor hatte im Herbst nochmals gen Osten
Österreichs zu fahren, hab ich mit Roman (Teamchef Motorrad
St. Pölten) Kontakt aufgenommen. Die „paar wenigen Zeilen“ hin
und her haben Dani und mich dazu gebracht, die „Delegationsleitung“
so aufzuteilen, dass Dani KLU und ich STP übernehmen sollte…

Vorbereitungen
Gesagt – getan, und der Mailverkehr zwischen Roman und mir ging
rege weiter. Wir hatten schon bald alles geplant, als uns
nach den Ostern eine Hiobsbotschaft erreichte. Leider hat das
Herz von Roger völlig unerwartet aufgehört zu schlagen :‘-(
Nach einem kurzen Telefonat waren Dani und ich uns einig,
dass es in Rogers Sinne ist, wenn wir die Mission Österreich
trotzdem antreten.

Streckenbesichtigung / Kick-off Party (St. Pölten – 10.04.10)
Anfang April hiess es dann Koffer packen, Arbeiten gehen, kurz
zu den Eltern Abendessen und dann in Feldkirch auf den Nachtzug
verladen. Morgens um halb 8 war ich dann in Wien Westbahnhof
und verliess sogleich die Grossstadt in Richtung St. Pölten
um bei der Niederösterreichischen Sportschule auf die restlichen
Motos inkl. Daniel (schon am Vortag angereist) zu stossen.

Es folgte ein kurzes Briefing durch Roman

 

 

 

Ein Teilstück der Originalrennstrecke konnten wir nicht abfahren,
aber das verstand ein jeder Athlet. So ging es zuerst Richtung
Norden an die Donau, dann der Wachau folgend gen Westen und
abschliessend über einen giftigen Anstieg zurück nach STP.

Nachdem die meisten Athleten selbstständig zurück gefahren sind,
folgte noch ein obligates Gruppenfoto.

In Österreich ist es anscheinend auch üblich, den Ironman
mit einer Kick-off Party zu starten. So waren am Abend
nach der Streckenbesichtigung sämtliche Helfer und Athleten
ins Fliegerbräu zur Party eingeladen. Dies nutzte man für
small-talk oder auch organisatorische Gespräche. Alles in
allem ein genialer Abend, welcher für uns leider viel zu
früh schon fertig war, weil wir mit unserem Taxi zurück ins
Hotel gefahren sind (war aber hinsichtlich der Heimfahrt
die bessere Idee)

Da wir am Montag auch leider wieder auf der Arbeit gesehen
werden wollten, haben wir am Sonntag die Heimreise in der
„Tiefflug-Variante“ angetreten, sprich Westautobahn in einer
gekonnten „Wingman-Kunstfahrt“ und einem Erinnerungsschreiben
der Landeshauptmannschaft Salzburg *grml*
Während Dani noch einen Zwischenhalt in Biberwier einlegte,
ging es für mich die direkte Arlberg-Tunnel Variante (oben
lag wieder Schnee) in die vertraute Heimat.

Helfermeeting (St. Pölten – 30.04.10)
So wahnsinnig wie wir sind, kamen wir auch zum nächsten offiziellen
Termin, dem Helfermeeting. Vergleichbar mit den Briefings
der Motocrew hörten wir erst ein paar generelle Eventinformationen
und anschliessend die Motosupportcrew für sich die Motorrad-
spezifischen Anmerkungen. Abgeschlossen wurde der Abend mit einer
kleineren Party wie bei der Streckenbesichtigung.
Da der Termin an einem Freitag Abend stattfand, haben wir uns
diesmal auch mehr Zeit eingeplant. Ich war bis Donnerstag noch
in München an einer Schulung und bin danach nach Biberwier (Tirol)
gefahren, wo Dani bereits beim Grill anfeuern auf mich wartete.
Nach einem gemütlichen Abend sind wir dann am Freitag via Oberbayern,
Westautobahn und Wachau nach St. Pölten gelangt.
Am Tag nach dem Meeting führte uns der Weg Richtung Süden über den
Annaberg und Josefsberg nach Mariazell, wo ein kurzer Mittagshalt
war. Anschliessend stiegen wir in die Steirische Eisenstrasse ein
und folgten den Kurven bis ins Salzkammergut nach Zell am See.
Die letzte Etappe ging weiter über den Gerlospass, durch das Tirol
über die Panoramastrasse und den Arlberg zurück ins
heimatliche Helvetien 🙂

Ironman Austria 70.3 (St. Pölten – 30.05.10)
Am Vortag reiste ich von meiner Unterkunft in Oberösterreich (Link
Reisebericht) um Mittag nach St. Pölten. Hier traf ich auf Dani,
welcher mit dem Reisezug angereist war. Wir bereiteten unsere Navis
vor, damit wir die Strecke für einen Track nochmals abfahren konnten.
Roman staunte auf dem Parkplatz nicht schlecht, als ich dann
mein Netbook hervorzauberte und die Tracks entsprechend in Routen
umgewandelt und unsere Navis programmiert hatte. Wir sind dann
nach Tulln in die Jugendherberge gefahren, da das Bundesheer nur
für Österreichische Staatsbürger Betten zur Verfügung stellte.
Früh morgens sind Dani und ich dann von Tulln nach St. Pölten
gedüst und haben so den einen oder anderen Jugendlichen auf dem
Heimweg aus dem Ausgang zügig geweckt 😀

Auf dem Platz dann wieder das obligate Briefing und die Kampf-
richterzuordnung durch Roman. Wir waren nicht mehr die einzigsten
ausländischen Helfer, nein – es waren auch noch zehn Kampfrichter
vom Ironman Frankfurt mit dabei, wobei ich einen davon chauffieren
durfte. War ein spezielles Erlebnis, da einerseits das Radrennen
über die abgesperrte S33 (Schnellstrasse führte) – Anm. der Redaktion:
den Teil konnten wir bei der Besichtigung nicht fahren – anderer-
seits, weil mein Schiri schon in den ersten Minuten seines Einsatzes
die erste mündliche Verwarnung aussprach. Hoppla, das wird ja
was werden. Die Frankfurter Kollegen waren allesamt streng, aber fair.
Nach den 90km kam dann auch der „Ausschleuspunkt“ wo es auch galt,
nett in die Kamera zu lachen…

… der Schiri machte seinen Rapport und dann fuhren wir weiter
zur Wasserrettung, wo noch ein gemütliches Beisammensein angesagt
war.

Bald machten auch wir uns wieder Richtung Tulln auf, um da den
Tag „ausplempeln“ zu lassen. Nach einer Dusche ging es dann auf
eine kurze Stadtbesichtigung und Abendessen…

Die Heimfahrt wird in einem separaten Bericht beschrieben 😉

Ironman Austria (Klagenfurt – 04.07.10)
Wegen meines Unfalls hab ich uns bei Angela (Mediencheffin – und
unsere erste Ansprechspartnerin) sowie dem Martin (Teamchef Motorrad
in Klagenfurt) für Kärnten abgemeldet. So das Thema sollte gegessen
sein, weil die Kommunikation eher mühsamer Art war (div. Gründe).
Kurz vor dem Anlass las ich jedoch von einem Aufruf, dass noch
dringenst Helfer gesucht werden. Nach mehrmaligem Mail-, SMS- und
Telefonverkehr mit Angela war ich dann also in der Nacht vom 1. auf
den 2. Juli mit dem Auto unterwegs nach Klagenfurt, so dass ich
bereits Freitag morgens um halb neun im Eingang des Mediencenters
auf zur Verwunderung aller schon auf der Matte stand. Nach kurzer
Vorstellungsrunde (also das ist bla, bla, bla und bla – so schnell
konnt ich mir die Namen damals nicht merken) hiess es dann das
Mediacenter einrichten und die Pressemappen vorbereiten.

Mediacenter

Am Samstag Abend war dann das Briefing für meinen eigentlichen Job
am Renntag. Ich sollte mit x anderen die Moderatoren (Speaker) im
Laufe des Rennens unterstützen. Für die am nächsten Tag startende
Moderation war wirklich alles getan worden. Diverse Sportkommentatoren
waren nach Schichtplan an den wichtigsten Hotspots. Unsere Gruppe
startete den Tag in der ersten Wechselzone. Nebst dem Moderator,
waren wir jeweils noch drei Hilfspersonen, die den eigentlichen
Speaker mit Informationen ab Skype, Online-Ranglisten und Funk (ich)
live versorgten.

Nachdem alle Athleten auf der Radstrecke waren, hatten wir kurz
Pause, ehe es zum Wendepunkt bei KM90 ging. Wir lösten das
„Hauptduo“ Claudio (ORF NÖ) sowie Paul (Südafrika) ab und ich
kann sagen, die Stimmung vom Publikum hier war schon der erste
Hammer 🙂
Eigentlich wären wir danach fertig gewesen, weil Hugo (unser
Speaker) war danach an der Finishline, wo die Informationen von
der Strecke nicht mehr so wichtig waren. Wer die Stimmung unter-
wegs schon genial fand, konnte diese hier an der Finishline gar
nicht mehr beschreiben. Jede Athletin, jeder Athlet wurde mit
einem „You are an Ironman“ und tössenden Vuvuzelas, Pfeifen und
Applaus empfangen. Nadine (Helferin von Claudio) und ich sorgten
dann gegen Mitternacht wieder via Funk, Ranglisten und Flüster-
mikrofon für den Empfang der letzten Athleten. Besonders der
Viertletzten (blind!!!) und dem letzten (ca 75) haben wir die
Aufmerksamkeit geschenkt. Da ich zu dem Zeitpunkt ca. 200m vor
der Finishline war, lief es mir kalt den Rücken runter, wie
ich die Publikumsprobe für den Empfang miterlebte. Andrea kam
dann wie vorausberechnet mit ihrer Begleitläuferin im Ziel an,
wo sie vom Publikum und ihrer Schwester in Empfang genommen wurde.
Danach ging es auf dem Funk nur mehr darum, ob es der letzte vor
oder nach dem Cut schafft. Und er hat’s geschafft! Zwei Minuten
vor Schluss, konnten ihn vier Begleit-Mountainbiker sowie ich
zum Zielbogen begleiten, wo er mit Standing-Ovations empfangen
wurde, ehe es über zum Feuerwerk ging 🙂

Für mich war es spannend, den Anlass mal aus einem anderen
Blickwinkel zu sehen. Und die Entscheidung ist noch nicht gefallen,
ob ich mich nächstes Jahr für das Moto-Team oder das Moderations-
Team ‚bewerbe‘ 😉

Helferparty (St. Pölten 08.10.10)
Als Dank für den Einsatz lädt das Organisationsteam von St. Pölten
seine Helfer im Herbst jeweils zu einer Party ein. Ursprünglich
nicht eingeplant, fiel diese jedoch in meine Ferien nach dem
Militärdienst, so dass ich eine kleine Motorradtour mit
Zwischenstopp in St. Pölten einplante.
Mit Petra (Cheffin der Helferorganisation) hab ich es so abgesprochen,
dass sie mir eine Unterkunft organisierte und den anderen nichts
davon verriet. So war mir eine kleinere Überraschung gelungen 🙂
Kam doch die Frau von Roman in der Tiefgarage an meinem Motorrad
vorbei und sagte: „schau, eine G… eine Schweizer GS???“
Wie soll ich sagen? Es war einfach ein gelungener Abschluss der
„Austria-Saison“ und es bleiben schöne Freundschaften 🙂

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